„Ja zu Vielfalt und Toleranz“ – so lautet die neue Kampagne des Lebensmitteleinzelhandels Rewe. Mit bunten Erdnuss – Chocs möchte Rewe ab dem 16. November ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen und sich deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit aussprechen.
Durch den Kauf der bunten Erdnüsse werden 40 Cent des Kaufpreises automatisch an die Flüchtlingshilfsorganisation „Über den Tellerrand“ gespendet. Es gehört inzwischen zum guten Ton, dass sich Unternehmen wie Rewe stets zu den vermeintlichen Werten der „Vielfalt“ positionieren.

Marketing und Diversity- Management – Abteilungen planen und konstruieren Kampagnen, die dem Image der Marke Rewe ein möglichst politisch korrektes Antlitz verpassen und sich so vorauseilend gegen die Vorwürfe der Fremdenfeindlichkeit immunisieren.
Dabei geht es weniger um eine mutige Ansage, sondern vielmehr um ein belangloses Dazugesellen zum herrschenden Mainstream. Wenig originell, dafür aber umso devoter.
Ergänzt wird die ganze Kampagne mit dem ziemlich erwartbaren Narrativ der eigenen Mitarbeiterbiographien mit Migrationshintergrund.

„Bei REWE arbeiten in Deutschland 254.000 Menschen aus über 140 Nationen: Mehr Vielfalt an Weltanschauungen, Sprachen, Kultur und Religionen geht kaum. Ohne unsere Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund könnten wir viele Märkte nicht mehr betreiben. Sie sind fester Bestandteil der REWE Familie, voll integriert, Teil unseres Erfolges und darauf sind wir stolz!“

Das kuriose an diesen Vielfalts- und Toleranzgeschichten ist ihre wirklich erbarmungslose Banalität und ihr Infantilismus. Initiativen wie jene von Rewe kommen vollkommen ohne rationale Argumente aus. Es geht lediglich um ein allgemeines Rauschen und Mitschwimmen mit dem Mainstream. Die Vermittlung einer abstrakten Gefühlswelt ist der Maßstab jener Propaganda.

Dass ein Unternehmen wie Rewe schließlich Mitarbeiter mit Migrationshintergrund hat, überrascht tatsächlich niemanden. Die Metabotschaft ist hier klar unter der Ansage „Wer gegen Einwanderung ist, muss am Ende auf den Konsum alltäglicher Produkte verzichten“ zu verstehen.

Vielfalt und Toleranz werden schließlich als Werte begriffen, die proportional zur Lebensqualität verlaufen.

Je mehr Vielfalt, umso mehr Freude bringt das gesellschaftliche Zusammenleben – so die Rechnung. Vielfalt wird mit irgendwelchen Qualitätsattributen belegt, obwohl niemanden klar ist, wo sich ein Mehr an Qualität und Leistung durch mehr Vielfalt ergibt. Dass ein Unternehmen mit über 250.000 Mitarbeitern auch Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt, ist banal und nicht überraschend.

Wir können Wetten abschließen, dass sich unter den 250.000 Mitarbeitern sicherlich auch Rechte und AfD Wähler befinden. Sind diese in das Vielfaltsverständnis von Rewe im Zweifel auch mit inbegriffen?

Wohl kaum, denn es geht vielmehr um die Durchsetzung eines ganz konkreten ideologischen Verständnisses. Vielfalt ist nur die Chiffre für mehr Einwanderung, mehr Multikulti und mehr Politische Korrektheit.

Wo die ethnische Vielfalt wächst, schwindet recht oft die Vielfalt der Meinungen.
Wie jede gute Kampagne schließt auch Rewe mit einem Mitmachappell und einer praktischen Anleitung. Und was wäre da nicht naheliegender, als die multikulturelle Essenskultur zu präsentieren? Es ist ein bekanntes Muster.

Über niederschwellige Botschaften und Angebote wird jedoch eine knallharte ideologische Agenda verfolgt. Die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Multikulti und Masseneinwanderung werden völlig zweitrangig, solange man über das Essen noch einen gemeinsamen Nenner der Vielfalt und Toleranz finden kann.

Wie könnte man sich da auch noch gegen eine verfehlte Einwanderungspolitik aussprechen, wenn man doch gleichzeitig indisches und arabisches Essen genießt! Den Rechten würde daher eine kohärente Argumentation fehlen, sowie sie beim Essen und sonstigen Konsum eben nicht in einen stereotypen Ausländerhass verfallen.

Genau mit diesem unterbewussten Stereotyp arbeitet auch die Kampagne von Rewe. Unterwürfig zum herrschenden Zeitgeist der Politischen Korrektheit gibt man sich selbst das Image der Vielfalt und Toleranz, die sich nur im Rahmen der multikulturellen Vielfalt innerhalb Deutschlands ausdrücken kann. Und wie immer ist das Ergebnis peinlich und banal, wenn sich bekannte Unternehmen oder Promis in den Dienst der herrschenden Ideologie stellen.

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