Zugegeben: Jeder Mensch verspürte bei offensichtlichem Unrecht oder roher Gewalt schon einmal ein inneres Rache- und Vergeltungsbedürfnis, welches mit dem Rechtsstaat nicht vereinbar wäre.

Einen solchen Moment hatte ich Montagnacht, als die Bilder des AfD Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz durch das Netz gingen, der von mehreren vermutlich linken Gewalttätern in Bremen hinterhältig überfallen wurde. Der Familienvater und Landesvorsitzende der AfD Bremen befindet sich nun schwerverletzt im Krankenhaus.
Innerhalb von nicht einmal einer Woche war dies die zweite enthemmte Attacke gegen die AfD. Nur wenige Tage zuvor kam die Meldung über einen Sprengstoffanschlag auf ein AfD Büro. Diese Vorfälle sind der vorläufige Gipfel der sich immer weiter hochschaukelnden linken Gewalt in Deutschland.

Derweil schweigt das linke Establishment, oder versucht, die Gewalt zu relativieren,
ob nun in Wien Identitäre, oder -wie in Hamburg – Polizisten von Dächern mit Steinen beworfen werden, oder wenn in Bochum Mitglieder der Jungen Alternative verprügelt werden und danach um ihr Augenlicht fürchten müssen, es gibt nahezu keinen linken Gewaltexzess, der nicht verharmlosend dargestellt wird.

Für Menschen wie Ralf Stegner ist hingegen klar, dass „man […] Positionen und Personal der Rechtspopulisten attackieren [müsse]“ – seien es nun Stadträte beim Wahlkampf oder einfache Plakatierer beim Anbringen von unliebsamen Plakaten, jeder dürfte damit gemeint sein.

Auch wenn diese Aktionen wohl nicht abgestimmt und längerfristig organisiert wurden, so zeigt sich beim politischen Gegner immer mehr die Bereitschaft, in einen völligen Enthemmungsstatus zu verfallen und zwar von solcher Intensität, dass Todesopfer durchaus in Kauf genommen werden.

Wenn ein AfD Büro in die Luft gesprengt wird, so muss ich mir im Klaren sein, dass in einem ungünstigen Moment jemand ums Leben kommen kann, das kann mein poitischer Gegner, ebenso wie eine völlig unbeteiligte Person sein. Wenn ich einer am Boden liegenden Person mehrfach auf den Kopf trete, nehme ich in Kauf, dass diese Person nie wieder aufstehen wird.

Allein diese wenigen genannten Beispiele exzessiver, enthemmter Gewalt und die mangelhafte Distanzierung angeblich „gemäßigter“ linker Gruppen, lassen Rückschlüsse auf das generelle Gewaltpotenzial der linken Szene ziehen, welches um Einiges größer sein dürfte, als das Unsere.

Ist Rache eine politische Kategorie?

Jeder innere emotionale Impuls, hier auf Vergeltung zu sehnen, ist mehr als verständlich. Doch das patriotische Lager darf nicht in die Falle laufen, die ihm vom Establishment ohnehin schon aufgestellt ist: Die Selbstradikalisierung und faktische Aufgabe jeder selbstbestimmten politischen Handlungsoption.

Deswegen mag dies auch ein Appell für mehr Zurückhaltung für uns sein, was sicherlich angesichts der angewendeten Brutalität der Gegner dem ein oder anderen schwerfallen könnte.

Dennoch verbieten sich eventuelle Vergeltungsschläge, mit denen man sich lediglich moralisch ins Abseits manövriert. Es braucht eine klare Selbstdisziplin. Alleine anhand der Mechanismen und Prozesse, wie der mediale Betrieb auf den Angriff eines demokratischen Abgeordneten des deutschen Bundestages reagiert und wie die Empörung auf die wenige Tage zuvor veröffentlichten Daten sämtlicher Politiker etablierter Parteien, Youtubern und linken Promis verläuft, zeigt eine einwandfreie Heuchelei, die immer wieder aufgedeckt werden muss.

Es geht darum, den politischen Gegner moralisch zu delegitimieren und ihm die gesellschaftliche Akzeptanz zu entziehen – nicht sich an ihm zu rächen. Natürlich soll der politische Kampf hart geführt werden. Gewalt und Vergeltung sind jedoch nur impulsive Reaktionen, die Machtlosigkeit und Verzweiflung erkennen lassen. Macht, Einfluss und politische Gestaltungskraft erwächst nicht aus der rohen Gewalt. Sie ist bereits im Akt der Gewalt verloren gegangen.

Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ (Max Weber).
Das heißt der eigentliche Kern liegt nicht in der zwanghaften Durchsetzung des Willens, sondern in der potentiellen Option, diesen durchzusetzen.

Es gilt klar: „Erkenne die Lage“. Das heißt unter anderem auch anzuerkennen, wie die Kräfteverteilungen immer noch sind. Appelle an die Zurüstung des Bürgerkrieges und Aufrufe zur Vergeltung, würden jeden politischen Feld- und Positionsgewinn der letzten Jahre zunichtemachen. Das patriotische und neurechte Milieu ist heute soweit wie nie zuvor und dies eben unter anderem auch durch einen Verzicht auf Gewalt und Pseudomilitanz früherer rechter Bewegungen. Das ist kein Ausdruck von Schwäche, sondern Souveränität und politischer Disziplin.

Es sei zum Ende noch erwähnt, dass dieser Kommentar kein pazifistischer Appell ist. Jeder Angriff auf die eigene Person, das Eigentum und das familiäre Umfeld darf unter den gesetzlichen Maßstäben des Notwehrrechts auch entsprechend beantwortet werden. Jeder hat ebenso das Recht, entsprechende Vorkehrungen (Selbstverteidigung, legale Schutzwaffen) gegen ähnliche Angriffe wie in Bremen zu treffen.

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