Seit einigen Tagen geistert eine zwar neue, aber trotzdem wenig originelle „Anti-Rechts-Kampagne“ durch den Social-Media-Äther, der auf der Seite der politischen Rechten für einige Belustigung gesorgt hat.
Worum geht es?

Unter der Kampagne „Unfollow me“, initiiert von der Antifa-Organisation „Laut gegen Nazis“, fordern Stars, Künstler und Musiker vermeintlich rechte Fans dazu auf, ihnen zu „entfolgen“
– man müsse schließlich gegen Diskriminierung vorgehen und „klare Kante gegen Rechts zeigen“.

Warum diese oberflächliche und durchschaubare, auf die Dynamik der unkritischen Masse bauende Ausgrenzungstaktik nicht mehr funktioniert, was die Kampagne über die politische Wirkmächtigkeit der Linken aussagt und wie wir als Rechte davon profitieren können, versuche ich nun in fünf Gedankenanrissen zu analysieren:

1.) Die Kampagne ist ein Eingeständis, dass konservative und rechte Positionen immer mehr Zuspruch erfahren, während die politische Linke kaum eigene Maßstäbe setzen kann. Was bleibt, ist das hilflose Reagieren auf den Normalisierungsprozess rechter Ideen und Meinungen.

Doch selbst in dieser selbstverantworteten Defensivposition befände sich noch genug Raum für kreative Handlungsoptionen. Stattdessen wählt man das schlechteste Mittel aller Meinungsauseinandersetzungen, nämlich das Nichtredenwollen, das Ausgrenzen, das bockige Einigeln und Verdrängen.
„Mit Nazis redet man nicht, um ihnen keine Bühne zu bieten“ ist zur immer beliebteren Taktik der Linken geworden.

Dass sich in den Kommentarspalten vieler Promi-Facebook-Seiten längst nicht nur ein paar wenige, isolierte Babo-Nazis tummeln, auf die man den Finger der moralischen Entrüstung richten kann, scheinen die Initiatoren der Kampagne noch nicht ganz begriffen zu haben.
Viele junge Rechte führen ein verhältnismäßig normales Leben, haben einen normalen Freundeskreis, hören gute Musik auch dann, wenn sie sich nicht 100% politisch auf der selben Wellenlänge befindet und fallen deshalb auch nicht übermäßig auf – ihre Ortung sollte sich als schwieriger erweisen.

2.) Die Erklärung, es ginge bei der Kampagne vor allem darum, gegen vermeintliche Diskriminierung von Rechts vorzugehen, kann als Farce gewertet werden. Vielmehr geht es den Linken darum, einen moralisch aufgeladenen Bekenntniszwang zur Stärkung ihrer eigenen politischen Deutungsmacht zu etablieren. Wer über entsprechende Reichweite verfügt, sich an der Nazijagd aber nicht beteiligt, steht prinzipiell erst einmal unter Verdacht, rechtes Gedankengut zu dulden, schlimmstenfalls sogar damit zu sympathisieren. Dieser Bekenntniszwang führt dazu, dass sich der Riss in unserer Gesellschaft vertieft, die Fronten verhärten sich, ein „Dazwischen“ gibt es nicht. Es ist anzunehmen, dass diese Kampagne der Linken gewissermaßen auch als Heerschau über ihre prinzipiell (noch) verfügbaren Meinungsmultiplikatoren dient. Je mehr Promis sich an dieser Persilscheinausfüllung beteiligen, desto stärker wird das vermittelte Gewissheitsgefühl nach innen, immer noch „mehr zu sein“, d. h. auf der scheinbar moralisch richtigen Seite zu stehen.

3.) Die Kampagne wird keinen politischen Raumgewinn erreichen, sondern lediglich die eigene linke Filterblase bestärken. Wie bereits unter 1.) angerissen, haben rechte Positionen gerade in den letzten Jahren immer mehr Zuspruch, Legitimität und Normalität gewonnen. Die Linke könnte dagegen vorgehen, wenn sie sich mit diesen Positionen rational auseinandersetzt und dabei versucht, sie argumentativ zu zerlegen und greifbare Gegenmodelle zu präsentieren. Stattdessen will sie unangenehme Meinungen loswerden. Diese Flucht vor der Auseinandersetzung ist zugleich ein Rückzug in die wohlige Welt der Selbstbestätigung und bedeutet die weitere Ausstaffierung der bequemen Wohlfühlzone.
Dadurch verspielt die Linke auch ihre an sich starken Einflussmöglichkeiten: Wurden erst einmal alle rechtssympathisierenden Sido-Fans vergrault, werden sie nicht wiederkommen. Sie sind als potentielle Adressaten, als Wackelkandidaten, die möglicherweise noch links beeinflusst werden könnten, unwiderbringlich verloren.

Wer dem gemeinen Fan die moralische Pistole an den Kopf hält, braucht sich nicht zu wundern, wenn dieser auf dem nächsten Konzert nicht mehr erscheint. Dass dieser Fan aber durch subversiv eingespielte linke Ideen im Sinne einer metapolitischen Ergreifung für die eigene Szene hätte gewonnen werden können, wird von den Initiatoren der Kampagne offenbar nicht geblickt.

4.) Der Erfolg der Kampagne wird Grenzen haben. Diese Grenzen sind relativ klar benennbar:
Auf der einen Seite mobilisert die Kampagne diejenigen, die sich ohnehin am äußersten linken Rand des Meinugsspektrums befinden. Ein Aufruf beispielsweise der linksradikalen Band ZSK, dass sämtliche rechten Follower verschwinden sollen, wäre absolut lächerlich, da die Zahl der rechten Fans dieser Band gleich Null sein dürfte. Hier könnte die Kampagne bestenfalls der Selbstbestätigung dienen, aber auch hierfür sind die Forderungen eigentlich schon wieder zu Mainstream.

Auf der anderen Seite stehen Bands, die über eine große und vielfältige Fangemeinde verfügen; man denke etwa an die Band Rammstein, die meiner Erfahrung nach von Linken und Rechten gleichermaßen gern gehört wird. Eine Band dieses Formats wird sich sehr wohl überlegen müssen, ob sie so leichtfertig Teile ihrer Fangemeinde aufgibt, schließlich dürften hier auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Anhand der gerade in Ostdeutschland sehr beliebten Band Freiwild hat man gesehen, wohin ein vorschnelles Lippenbekenntnis gegen Rechts führen kann: Weite Teile der Fans waren aufgebracht, als sich die Band negativ über PEGIDA äußerte, ein regelrechter Shitstorm brach los und die Band sah sich genötigt, eine zurückrudernde Presseerklärung nach der nächsten zu formulieren.

5.) Wir können von dieser linken Spaltungskampagne nur profitieren. Enttäuschte Fans werden sich denen zuwenden, die ihnen postiv begegnen, Angebote für sie schaffen und eine geistige Heimat bieten können. Die Neue Rechte hat sich den Anspruch gegeben, eine lebendige und mitreißende Gegenkultur aufzubauen. Einige Projekte wurden bereits realisiert, andere sind in Planung. Musikvideos junger Künstler unseres Milieus wurden hunderttausendfach geklickt, die Nachfrage ist da – packen wir es an!
Den unkreativen, ideenlosen Linken antworten wir derweil gelassen: Nicht wir müssen euch entfolgen, ihr flieht vor uns. Entfolgt uns doch weiterhin!

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